Mit dabei waren die Vertreter der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Porten und seine Kollegen kamen gleich zur Sache. Kernstücke des neuen Systems, mit dem die Winzer nach Auskunft der Fachleute in Steillagen schneller und sicherer arbeiten können als mit bisheriger Technik, sind einerseits ein Traktor samt angehängtem Transportanhänger mit seitlich absenkbarer Ladefläche sowie andererseits eine Raupe für die Arbeiten im Weinberg.

Sie kann dafür mit den entsprechenden Geräten ausgestattet werden, etwa mit einem Rebmulcher, einem Düngerstreuer oder einem Laubschneider.Die Raupe ist mit einer Winde bestückt, die ein am Anhänger befestigtes Stahlseil entsprechend der Arbeitsgeschwindigkeit bergab in die Weinbergszeilen abwickelt. Kommt es zu einer kritischen Situation, in der die Raupe "abschmiert", also ins Rutschen oder Kippen gerät, sichert das Stahlseil der Winde das Gerät. Außerdem hilft die Winde dabei, die Raupe bergauf wieder aus der Rebzeile zu ziehen - was den Raupenmotor schont.

Sie kann 800 Kilo ziehen.Oben angekommen, darf der Maschinist auf der Raupe sitzen bleiben - mit Hilfe einer Fernbedienung lässt sich der mit einer Hydraulikpumpe ausgestattete energieliefernde Traktor nämlich ganz bequem zur nächsten Rebzeile steuern. Das bislang so zeitraubende Klettern in die Fahrerkabine des Traktors entfällt dank der Fernsteuerung, so dass der Winzer mit der Weinbergsraupe in Minutenschnelle von Rebzeile zu Rebzeile wechseln kann. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass sich die Weinbergslage an einem für den unbemannten Traktor geeigneten Wirtschaftsweg befindet.

Vorteile sehen die Fachleute durch den Einsatz des Systems vor allem in der Arbeitssicherheit. "Sicherheit ist besonders wichtig. Ein niedriger Schwerpunkt und eine breite Auflagefläche senken das Risiko eines Unfalls beachtlich", so Porten. Hans-Peter Kappel ergänzte seitens derBerufsgenossenschaft: "Die körperliche Belastung des Winzers und die damit verbundenen Folgeschäden sinken."Aber auch an der Ahr müssen die Winzer natürlich zuerst einmal wirtschaftlich denken. "Hier gibt es meiner Ansicht nach nur wenige Betriebe, für die sich das System lohnt", bewertete Winzer Bernd "Benno" Gilles aus Marienthal das System. Nach Auskunft aus Fachkreisen müsste ein Betrieb rund zehn Hektar, das sind 100 000 Quadratmeter, bewirtschaften, damit sich das System rechnet. Auch die Möglichkeit eines Maschinenrings könnte die Finanzierung möglich machen, um so rund 260 000 Euro für die Anschaffung zusammen zu bekommen.

smn

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