Die Führung durch die Saftkelterei und das Weingut übernahm die Betriebsleiterin des Weingutes, Kellermeisterin Ingrid Steiner, die zugleich auch Vorstandsmitglied im Weinbauversuchsring ist. Die Privatkelterei besteht seit 1918.

Mittlerweile werden 46 verschiedene Produkte im Saft-/Nektar- und Schorlebereich produziert. Schwerpunkt liegt allerdings immer noch bei der Herstellung von heimischen Apfelsaft von Streuobstwiesen, der auf einer modernen Bandpresse selbst gekeltert wird.

Das gesamte Betriebsgelände ist unterkellert und so können 1,5 Mio. Liter Saft gelagert werden. Die technische Ausstattung bis hin zur Füllung fand bei den Winzern großes Interesse. Angegliedert an die Fruchtsaftherstellung ist seit dem Jahre 2005 das „Stadt-Wein-Gut“.

Rund um das Schloß Arenfels in Bad Hönningen befinden sich voll arrondiert ca. 9 ha Rebflächen. Trotz einer Steigung von bis zu 70% können fast 90% der Flächen mechanisch bewirtschaftet werden. Hier werden eine Vielzahl von Rebsorten angebaut, wie es eigentlich selten für den Mittelrhein ist.

So stehen in den Weinbergen neben Riesling und Müller-Thurgau auch Weißburgunder, Scheurebe und Gewürztraminer. Im roten Segment findet man Spätburgunder, Portugieser und als Besonderheit Schwarzriesling, der sortenrein ausgebaut wird.

Eine Verkostung der Weine durfte natürlich nicht fehlen. Dem Sinn eines Versuchsrings folgend, hatte sich die Kellermeisterin die Arbeit gemacht, eine Weinprobe mit Versuchscharakter zusammenzustellen.

So wurden verschiedene Jahrgänge , verschiedene Verschlüsse, Lagen und Weinbereitungsverfahren in einer umfangreichen Probe gegenübergestellt.

Gegen Mittag, nach einem herzlichen “Danke Schön“, ging die Reise weiter nach Osterspai ins Weingut Didinger.

 

Hier konnten sich die Teilnehmer in der Gutschänke des Weingutes erst einmal bei einer kräftigen Winzervesper stärken, ehe der Betriebsleiter, Jens Didinger, im Verbund mit einer Weinprobe die Philosophie des Weingutes erläuterte.

Das Weingut Didinger ist das letzte verbliebene Weingut in Osterspai und bewirtschaftet seine Weinberge (ca. 4,5 ha) allesamt in den Spitzenlagen des Bopparder Hamm, was immer mit einer Rheinüberquerung und damit erheblichem Zeitaufwand verbunden ist.

Der Schwerpunkt des Betriebes liegt mit ca. 80% eindeutig im An- und Ausbau des Rieslings und hierbei speziell im trockenen Segment. Der Rotweinanteil beläuft sich auf ca. 10%.

Die Mitglieder des Versuchsrings konnten sich bei insgesamt 9 Proben von der Vielfalt aber bes. von der Qualität der Weine des Weingutes Didinger überzeugen, was sich auch in vielen Auszeichnungen und herausragenden Bewertungen in Weinführern widerspiegelt.

Jens Didinger hatte sich viel Zeit für seine Besucher genommen und kommentierte gekonnt und mit vielen kleinen Geschichten und Anekdoten gewürzt seine Weine, so dass die Zeit wie im Fluge verging.

Den Abschluss der Exkursion machte der Besuch des Vulkan Brauerhauses in Mendig, wo, nach einer Führung durch den 30m tiefen Felsenkeller, die Gruppe in der Braustube bei einer kräftigen Mahlzeit den Abend ausklingen ließ.

 

Fazit: Eine kurzweilige, lehrreiche Exkursion, die jetzt schon Lust macht auf die Fahrt im kommenden Jahr.

 

Klaus Schmitt, Geschäftsführer

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